Seit 1868 gelebte Nächstenliebe
Entdecken Sie die Geschichte der Diakonie Stiftung Salem
Die Diakonie Stiftung Salem blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – geprägt von christlicher Nächstenliebe, sozialem Engagement und dem stetigen Wandel der Zeit.
Von den Anfängen in Minden und Stettin im Jahr 1868 bis heute haben sich Menschen bei uns für andere stark gemacht. Erkunden Sie diese spannende Entwicklung jetzt interaktiv: Unser digitaler Zeitstrahl führt Sie durch die wichtigsten Stationen unserer Geschichte.
Entdecken Sie bedeutende Ereignisse, Hintergründe und historische Zusammenhänge – von der Gründung der Schwesternschaft bis zum 155-jährigen Jubiläum im Jahr 2018 und darüber hinaus.
Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen das nächste Kapitel unserer Geschichte zu schreiben!
Unsere Chronik
Wie alles begann...
1868: Evangelischer Verein zu Minden in Westfalen
Unter dem Vorsitz von Pfarrer Rudolf Winzer betreibt der Verein eine „Herberge zur Heimat“, um Handwerksgesellen auf der Berufswanderschaft durch Kost und Logis, Geselligkeit, seelische Unterstützung sowie Bildung vor Armut und Entfremdung von christlichen Werten zu bewahren.
1868: Gründung Mädchen-Rettungshaus: Stettiner Jahre
In den Hafenvierteln des wichtigsten Seehafens Preußens in Stettin waren gerade junge Frauen und Mädchen gefährdet. Kommerzienrat Quistorp aus Stettin lernte bei einem Aufenthalt in Misdroy zwei Schwestern aus dem Mutterhaus Bethanien in Berlin kennen, die dort im Urlaub waren. Beide – Thekla Baronin von Hünerbein und Olga von Oertzen – folgten seiner Bitte um Hilfe und gründeten in Stettin ein neues Werk: Salem.
Am 1. April 1868 eröffnen sie Salem als Rettungshaus für verwahrloste und elternlose Mädchen.
1869: Industrialisierung
Die Industrialisierung setzt im 19. Jahrhundert ein und verändert alle Lebensbereiche umfassend. Eine neue Bevölkerungsschicht entsteht: Das Proletariat. Der Arbeiterstand ist neue große Armutsgruppe. Obwohl in der Regel beide Elternteile arbeiten, leben die Familien unter dem Existenzminimum. Hunger, Trunksucht, Werte- und Sittenverfall, Verwahrlosung und Depression sind die Folge. Kinder müssen zum Geld- und Broterwerb beitragen. Kindheit, Erziehung und Bildung findet kaum statt. Auch die Überbevölkerung in Deutschland ist eine wesentliche Ursache der Massenverelendung. Die zunehmende Arbeitslosigkeit, besonders in rein landwirtschaftlich geprägten Regionen, führt zur Arbeitswanderschaft.
1869: Stift Salem: Stettiner Jahre
Da das alte Mutterhaus schnell zu klein wird, wird das neue „Stift Salem“ errichtet. Die Grundsteinlegung für ein neues Kinderhaus erfolgt im September 1869.
1891 wird das Stift Salem in die Kaiserswerther Generalkonferenz aufgenommen.
Das Tätigkeitsspektrum erweitert sich: In anderen Häusern wurden viele Diakonissen in der Krankenpflege ausgebildet. In Köslin plant der Kreis den Bau eines Krankenhauses. Die Diakonissen kommen der Bitte des Kösliner Landrats von Eisenhart-Rothe nach und siedeln über nach Köslin.
1914 bis 1918: Erster Weltkrieg
Im und nach dem ersten Weltkrieg entstehen neben den Arbeiterhaushalten weitere Gruppen von Fürsorgeempfängern, die aus allen sozialen Schichten stammen: Unversorgte Familien, Witwen und Waisen, Versehrte und arbeitslos gewordene Berufsgruppen.
1914 bis 1945: Schwesternschaft: Kösliner Jahre
Auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm Krankenhauses in Köslin wurde das neue Mutterhaus, später zwei Gebäude für 4 Kinderheimaten, ein Feierabendhaus für ältere Schwestern, ein Pfarrhaus und ein Haus für die Oberin errichtet. Im November 1914 wird das Mutterhaus eingeweiht.
Während des ersten Weltkrieges wird im Mutterhaus ein Lazarett eingerichtet. Im Krankenhaus und im Mutterhaus werden Verwundete durch Diakonissen versorgt. Nach dem Krieg steigt die Belegung des Krankenhauses stark, der Kreis Köslin ist verarmt und gibt das Krankenhaus 1930 in den Besitz Salems ab. Vertraglich wird vereinbart, dass das Krankenhaus erweitert werden soll. 1932 ist der Erweiterungsbau fertig gestellt.
1931 erfolgt die Eröffnung einer Schule für Ev. Kinderpflegerinnen und Haushaltsgehilfinnen. Insgesamt wächst die Schwesternschaft, trotz staatlicher Behinderung, auf 379 Mitglieder.
1929: Kirchliches Jugend- und Wohlfahrtsamt in Minden
Neben der Herberge zur Heimat, deren Publikum sich im Laufe der Zeit veränderte und neben Handwerkergesellen auf der Wanderschaft auch Wanderarbeiter und Obdachlose beherbergte, wurde 1929 das kirchliche Jugend- und Wohlfahrtsamt in Minden gegründet.
In Einvernehmen mit den zuständigen Jugendämtern werden folgende Aufgaben übernommen: Pflegekinderaufsicht, Betreuung von Ehescheidungskindern, Hilfe bei Sorgerechtsfällen, Beurteilung bei Tod eines gesetzlichen Vertreters, Vorschlag von Vormündern, Heimunterbringung, Adoptionsverfahren, Lehrstellen und Arbeitsvermittlung, Unterbringung und Vermittlung von Ferienkindern.
Am 1. April 1930 erfolgt die Anerkennung als kirchliche Behörde.
1933 bis 1945: Zweiter Weltkrieg
Der Machtwechsel 1933 setzt dem Ausbau der Jugendfürsorge ein vorläufiges Ende. Die kirchliche Mitarbeit in der Jugendfürsorge ist auf amtlichem Wege nicht mehr gestattet. 1936 wird der Eintritt in die Hitlerjugend Pflicht. 1937 wird eine Doppelmitgliedschaft in einer kirchlichen und nationalsozialistischen Organisation verboten.
Der zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Herrschaft enden 1945. Viele Städte sind zerstört. Flucht und Vertreibung führen zu ziellosen Massenwanderungen. Im ganzen Land müssen Not- und Aufbauhilfen geleistet werden. Kirchliche Organisationen beteiligen sich an Hilfsaktionen für Zivilisten, Flüchtlinge, Vetriebene und Soldaten.
1945: Schwesternschaft: Flucht & Vertreibung
Am 1. März 1945 rückt die Rote Armee vor bis Köslin. Alle Diakonissen werden von der Oberin mit einer Bescheinigung über die Zugehörigkeit zur Diakonissenanstalt und 500 RM ausgestattet. Dr. Schmidt-Habelmann, Chefarzt des Krankenhauses, organisiert einen Zug für die Kranken, um das Krankenhaus zu evakuieren. Alle Kinder, einige Familien und Schwestern sowie Pastor Dr. Dreyer (Vorsteher) können Richtung Westen mitfahren. Am 2. März 1945 flüchten insgesamt 341 Schwestern mit über 200 Kindern, Säuglingen und Kleinkindern.
Am 6. März 1945 trifft der Zug in Oldenburg ein.
1949: 3 diakonische Organisationsformen in Minden
Insgesamt waren 1949 drei diakonische Organisationen in Minden aktiv: Die Synodaldienststelle des Evangelischen Hilfswerkes Minden, der Kirchliche Gemeindedienst für Innere Mission und der neu gegründete Synodalverein der Inneren Mission im Kirchenkreis Minden e.V..
Die Gründung des Synodalvereins der Inneren Mission im Kirchenkreis Minden e.V. erfolgte als Trägerverein für das heutige Menzestift in Schlüsselburg. Adalbert Menze hatte die Umwandlung seines Besitzes in ein Alters- und Siechenheim testamentarisch festgelegt.
1950: Schwesternschaft: Ankunft in Minden
1950, nach Flucht, Vertreibung und vorübergehender Aufnahme in Oldenburg und Rastede, fand die Diakonissenanstalt Salem-Köslin in Minden eine neue Heimat.
Die Stadt Minden hatte einerseits Bedarf an Unterstützung in der Krankenpflege, die Salemschwestern bemühten sich andererseits um eine neue Mutterhausbleibe. Bereits am 1. Juli 1950 waren 110 Schwestern in den Mindener Krankenhäusern tätig und 1952 wurde das neue Mutterhaus an der Kuhlenstraße eingeweiht. Insgesamt kamen in der 50er Jahren 325 Schwestern, auch aus den polnisch gewordenen Städten Stettin und Köslin in Pommern, nach Minden. An der Kuhlenstraße wurden nach und nach weitere Gebäude gebaut und weitere Dienste angeboten: Als Feierabendhaus für ältere Schwestern diente das Haus Abendfrieden, das Haus Morgenglanz wurde als Schwesternaltenheim gebaut, es folgte der Bau der Auferstehungskirche.
Mit der Gründung des Evangelischen Fachseminars für Altenpflege 1973 und dem Bau der Kinderheimaten 1978 wurde das Engagement in der Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsarbeit verstärkt. In den 80er Jahren wurden Altenwohnungen gebaut und 1996 eine Tagespflege für ältere Menschen eröffnet.
1970: Diakonisches Werk – Innere Mission im Kirchenkreis Minden e.V.
Der Zusammenschluss aller drei evangelischen Verbände in Minden erfolgt am 10. Oktober 1970. Alle Verbände gehen im Diakonischen Werk – Innere Mission – im Kirchenkreis Minden e. V. auf.
Unter der Leitung von Pfarrer Albert Clos kann durch die Bündelung der wirtschaftlichen und fürsorgerischen diakonischen Kräfte das Beratungsangebot erweitert werden.
Seit den 1960er Jahren entstehen neue sozial- und heilpädagogische Konzepte, die eine ganzheitliche Förderung und Therapie befürworten. Daraus entstehen unterschiedliche Hilfsangebote in allen diakonischen Bereichen.
1972 zieht die Dienststelle in das ehemalige Evangelische Kinderheim in der Fischerallee 3a, 1978 wird ein benachbartes Gebäude in der Fischerallee erworben.
2010: Zusammenschluss
Im Jahr 2010 wurde das diakonische Engagement in Minden noch einmal gebündelt: Das Diakonische Werk – Innere Mission – Im Kirchenkreis Minden e.V. und die Diakonissenanstalt Salem-Köslin-Minden wurden zur Diakonie Stiftung Salem. Aus den Anfängen diakonischer Arbeit in Minden und in Stettin hat sich ein vielfältiges Angebot an sozialen Dienstleistungen für Menschen im Alter, Menschen mit Behinderungen, Kinder, Jugendliche und Familien, Suchtkranke, Wohnungslose und Geflüchtete entwickelt.
2018: Jubiläum
Die Diakonie Stiftung Salem ist einer der größten sozialen Dienstleister in Minden und Umgebung.
In etwa 80 Einrichtungen in Minden, Hille, Petershagen und Porta Westfalica arbeiten heute rund 2.800 Menschen mit und ohne Behinderungen.
2019: Hospiz Minden - Volker Pardey Haus
Die Diakonie Stiftung Salem gGmbH, die PariSozial Minden-Lübbecke/Herford gGmbH und die Volker-Pardey-Stiftung engagieren sich gemeinsam für ein stationäres Hospiz in Minden. Aus der gemeinsamen Projektidee entstand das Ziel, die Hospiz- und Palliativarbeit in Minden auszubauen und durch den Bau eines Hospizes Menschen in der letzten Lebensphase würdevoll zu begleiten.
Im August 2019 wurde das Hospiz Minden feierlich eröffnet.
Hier können bis zu 12 Gäste ihren letzten Lebensabschnitt mit palliativmedizinischen Behandlungen, pflegerischen Anwendungen sowie mit psychosozialer und spiritueller Unterstützung verbringen.
2020: Ausgezeichnete Familienfreundlichkeit bei der Diakonie Stiftung Salem
Im Jahr 2020 wurde die Diakonie Stiftung Salem als „Ausgezeichnet Familienfreundlich“ zertifiziert. Diese Auszeichnung unterstreicht unser langfristiges Engagement für eine moderne Arbeitswelt, in der Beruf, Familie und Privatleben im Einklang stehen. Als einer der größten Arbeitgeber in Minden setzen wir auf flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützungsmöglichkeiten und eine wertschätzende Unternehmenskultur.
2022: Stift Lahde - Eine neue Generation des Wohnens im Alter
Im Jahr 2022 wurde mit dem Bau des Stifts Lahde ein zukunftsweisendes Wohn- und Pflegeprojekt der Diakonie Stiftung Salem in Petershagen realisiert. Als moderner Ersatzbau für das traditionsreiche Haus Bethesda markiert die Einrichtung den Übergang zu einer neuen Generation des Wohnens im Alter. Auf einem rund 5.100 Quadratmeter großen Grundstück in der Dingbreite vereint das dreigeschossige Gebäude innovative Architektur mit einem ganzheitlichen Quartierskonzept.
Das Stift Lahde bietet Platz für 80 Seniorinnen und Senioren in fünf spezialisierten Wohngemeinschaften. Das Konzept setzt konsequent auf Digitalisierung, technische Assistenzsysteme und Nachhaltigkeit, um den Gästen ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Teilhabe zu ermöglichen. Betrieben durch die Diakonie Stiftung Salem ist das Stift Lahde heute ein zentraler Pfeiler der pflegerischen Infrastruktur in Lahde und verbindet professionelle Pflege mit moderner Quartiersarbeit.
2023: 50 Jahre Evangelische Pflegeakademie der Diakonie Stiftung Salem
Die Evangelische Pflegeakademie blickt auf 50 Jahre erfolgreiche Pflegeausbildung zurück. Seit ihrer Gründung im Jahr 1973 hat sie sich zu einer modernen Bildungsstätte für Pflegeberufe entwickelt und feierte 2023 ihr 50-jähriges Jubiläum.
Ein zentraler Bestandteil der heutigen Ausbildung ist das innovative Skills Lab. Hier trainieren Auszubildende pflegerische Handlungssituationen realitätsnah mit moderner Simulationstechnik. Das Skills Lab steht für praxisnahe Pflegeausbildung, digitale Lernmethoden und höchste Ausbildungsqualität.
Darüber hinaus versteht sich die Evangelische Pflegeakademie als vielseitiger Bildungsdienstleister, der mit Fort-, Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten auch über die Pflege hinaus Fachkräfte und Einrichtungen unterstützt.
Die Evangelische Pflegeakademie verbindet Tradition mit Innovation und gilt heute als Vorreiter moderner Pflegebildung.
2023: Frauenschutzzentrum Minden
Im Jahr 2023 hat die Diakonie Stiftung Salem die Trägerschaft für ein neues Frauenschutzzentrum in Minden übernommen.
Das Frauenschutzzentrum bietet Platz für zehn Frauen und ihre Kinder und verbindet sichere Wohnmöglichkeiten mit professioneller Beratung, psychosozialer Begleitung und Kinderschutz.
2024: Erweiterungsbau Biohof Klanhorst - Mehr Teilhabe durch inklusive Landwirtschaft
Mit einem Erweiterungsbau auf dem Biohof Klanhorst hat die Diakonie Stiftung Salem im Jahr 2024 zusätzliche Arbeits- und Förderangebote für Menschen mit Behinderungen geschaffen. Das neue Gebäude ermöglicht insbesondere Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf eine qualifizierte berufliche Teilhabe in der Landwirtschaft.
Der zertifizierte Bioland-Betrieb, seit 1987 Teil der Diakonie Stiftung Salem, steht damit weiterhin für inklusive Arbeit, nachhaltige Landwirtschaft und individuelle Förderung.
2025: Karrieremobil on tour
Die Diakonie Stiftung Salem setzt mit dem Karrieremobil auf innovative Wege im Recruiting. Das mobile Beratungsangebot ist in Minden und der Region unterwegs, um Hürden abzubauen und den direkten, persönlichen Kontakt zu potenziellen Fachkräften und Auszubildenden zu suchen.
Vor Ort informiert unser Team unkompliziert über Berufsfelder in der Pflege und Eingliederungshilfe sowie über individuelle Quereinstiegsmöglichkeiten. Das Karrieremobil steht für eine moderne Recruiting-Strategie, die Beratung direkt zu den Menschen bringt.