Für Christian Schultz, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem und Sprecher der Pflegekonferenz NRW, ist die Situation klar einzuordnen:
„Wenn Träger gesetzliche Möglichkeiten nutzen, handeln sie systemgerecht. Die Verantwortung für Fehlanreize liegt nicht bei den Einrichtungen, sondern in den bestehenden Strukturen.“
Viele der aktuell kritisierten Effekte sind – wie Pflegeökonom Prof. Heinz Rothgang formuliert – „legal, aber nicht so gedacht“. Sie entstehen aus einem System, das über Jahre hinweg durch zahlreiche Einzelregelungen immer weiter verkompliziert wurde.
Aus Sicht der Diakonie Stiftung Salem braucht es jetzt eine grundlegende Reform statt weiterer Einzelmaßnahmen:
- Einheitliche Pflegeleistungen unabhängig vom Wohnort
- Überwindung der Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung
- Vergleichbare und transparente Qualitätsindikatoren
- Abbau finanzieller Fehlanreize
- Eine langfristig tragfähige und transparente Finanzierung
Solange strukturelle Fragen nicht gelöst werden, besteht die Gefahr, dass politische Maßnahmen lediglich Symptome behandeln, anstatt die Ursachen zu beseitigen.
Angesichts von mehr als sechs Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland und der hohen Belastung für Mitarbeitende in der Pflege ist jetzt entschlossenes Handeln erforderlich.
Unser Ziel bleibt ein Pflegesystem, das fair, verständlich und zukunftssicher ist – für Pflegebedürftige, Angehörige und Mitarbeitende gleichermaßen.
Das vollständige Interview mit Prof. Heinz Rothgang finden Sie hier:
https://www.mdr.de
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Stapelleistung