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Eine Gruppe von Mitarbeitenden und Beteiligten der Diakonie Stiftung Salem in Minden steht in einem hellen Flur vor mehreren Roll-ups mit der Aufschrift „Wir sind Minden“. In der Mitte hält eine Frau einen Blumenstrauß, um sie herum stehen Frauen und Männer unterschiedlichen Alters. Die Gruppe lächelt in die Kamera und wirkt verbunden und wertschätzend. Das Bild zeigt ein gemeinsames Ereignis oder einen besonderen Anlass innerhalb der diakonischen Arbeit und steht für Zusammenarbeit, Anerkennung und Vielfalt.

Intensive Porträts, berührende Geschichten

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Zehn Menschen, zehn Lebenswege, eine Stadt: Die Wanderausstellung „Wir sind Minden“ erzählt berührende Geschichten von Mindener Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationserfahrung.

Wanderausstellung „Wir sind Minden“ in der Evangelischen Pflegeakademie der Diakonie Stiftung Salem eröffnet

Sie prägen die Stadt mit ihren Erfahrungen, ihrem Engagement und ihrer Persönlichkeit: Die Wanderausstellung „Wir sind Minden“ zeigt die Porträts und Lebensgeschichten von zehn Mindener Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationserfahrung. Für zwei Wochen gastiert die Ausstellung in der Evangelischen Pflegeakademie der Diakonie Stiftung Salem und wurde jetzt offiziell eröffnet.

Eine der Porträtierten ist Eva Ismailie, Pflegefachassistentin im Albert-Nisius-Haus der Diakonie Stiftung Salem. 2015 floh sie mit ihrer Familie aus dem kriegszerrütteten Afghanistan. Obwohl sie in ihrer Heimat keine Schule besuchen konnte, schaffte es die alleinerziehende Mutter nach verschiedenen Deutschkursen, ihren Hauptschulabschluss in nur drei Jahren nachzuholen. „In Deutschland fing ich bei null an. Vormittags ging ich zur Schule, nachmittags arbeitete ich. Als ich 2023 endlich mein Abschlusszeugnis in der Hand hielt, wusste ich, dass ich es geschafft hatte“, erzählt sie. An der Evangelischen Pflegeakademie absolvierte sie im Anschluss die Ausbildung zur Pflegefachassistentin – und strebt heute die Ausbildung als examinierten Pflegefachkraft an.

Eva Ismailies Porträt hängt nun in der Akademie stellvertretend für viele Menschen mit Migrationsgeschichte, die die Mindener Stadtgesellschaft prägen. „Unter unseren Auszubildenden sind Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft mit ganz individuellen Schicksalen“, sagt Akademieleiterin Ursula Kocs. Gerade deshalb sei die Evangelische Pflegeakademie ein passender Ort für die Ausstellung. Auch Thomas Lunkenheimer, theologischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem, hob in seinem Grußwort die Bedeutung kultureller Vielfalt hervor. In der Mindener Diakonie sind Menschen aus über 50 Ländern tätig. „Für uns ist es ein großes Glück, dass Menschen aus so vielen unterschiedlichen Nationen bei uns arbeiten“, so Thomas Lunkenheimer.

Zugleich macht die Ausstellung deutlich, dass Integration Zeit, Engagement und verlässliche Rahmenbedingungen braucht. „Für die Zukunft wünsche ich mir eine respektvolle, wertschätzende Gesellschaft. Zugewanderte sollten von mehr Bildungsangeboten profitieren und sofort bei der Sprachförderung unterstützt werden“, sagt Eva Ismailie.

Noch bis zum 6. Februar ist die Ausstellung „Wir sind Minden“ in der Evangelischen Pflegeakademie, Schulstraße 8, 32425 Minden, zu sehen – von Montag bis Freitag jeweils von 7:45 bis 16:30 Uhr.